Spinnen Australien
Gefährliche Spinnen Australiens
Viele Spinnenarten in Australien können zwar für den Menschen und andere Tierarten gefährlich sein, jedoch haben die Bisse der meisten keine lethalen Folgen für ihre Opfer. Zumeist zeigen sich eher verschieden starke Schmerzen und Schwellungen sowie andere Phänomene wie Durchfall und Atemnot.
Die Grundlage der verletzenden Wirkung durch Spinnenbisse sind die am Kopfsegment befindlichen Cheliceren, aus deren Spitzen das Gift in die Opfer injiziert wird und bei selbigen die entsprechende Wirkung entfaltet.
Eine der gefährlichsten und bis zur Entdeckung des Gegengiftes 1971 auch tödlichen Arten ist die Sydney Trichternetzspinne Atrax robustes (Sydney funnel web). Diese einzige Art der Gattung Atrax lebt im namensgebenden Bereich Sydneys sowie auch im entfernteren Gebiet zwischen Newcastel und Nowra. Der Lebensraum selbiger umfasst dabei sowohl sie äußeren Naturgebiete als auch die Häuser selbst, v.a. während der Paarungszeit von Sommer bis Herbst. Atrax robustus weist eine schwarze bis blau-schwarze, abdominal leicht hellere Färbung auf und erreicht durchschnittlich eine Thoraxgröße von 2,5 cm (Männchen) bis 4 cm (Weibchen). Das Abdomen ist leicht, der restliche Körper ansonsten unbeharrt.
Die Bezeichnung Trichternetzspinne beruht auf den von der Familie gebauten trichter- bis röhrenförmigen Netzen, die der Beute zum Verhängnis werden sollen. Die Nahrungsgrundlage Atrax robustus sind Käfer, Schaben und Schnecken sowie auch kleinere Eidechsen und Vögel, welche nach extrazellulärer Verdauung ausgesaugt werden.
Das Gift der Sydney Trichternetzspinne beruht auf dem Protein Delta-Atracotoxin. Selbiges wirkt als Nervengift und führt zum Verlust der Muskelkontrolle, wodurch letztlich auch die regelmäßige Kontraktion der Lunge sowie die des Herzens zum Erliegen kommt und damit der Tod einsetzt. Das Gift der Männchen besitzt eine 4-6fach höhere Wirkung, sodass, eher selten im Tierreich, die Männchen auch das gefährlichere Geschlecht konstituieren. Spektakulär ist vor allem die selektive schädliche Wirkung des Giftes auf den Menschen und andere Primaten, nicht jedoch auf Säuger wie Hund oder Katze.
Typische Symptome eines Funnel-web-Bisses sind zumeist starke Schmerzen an der entsprechender Körperstelle, Erbrechen, Durchfall, Schwitzen, Tränen- und Speichelfluss sowie auch Herzrasen und Atemnot. Der Tod selbst kann, ohne Injektion des Gegengiftes, nach etwa ein bis 30 Stunden eintreten. Aufgrund der neutralisierenden Wirkung des Gegengiftes gibt es jedoch seit 1971 keine Todesfälle mehr und auch die Anzahl des Bissunfälle selbst ist mit 30 bis 40 pro Jahr eher gering.
Eine weitere gefährliche, jedoch nicht tödliche Gattung findet sich mit Hadronyche. Auch diese Gattung ist der Familie der Trichternetzspinnen (Hexathelidae) zuzuordnen und ihr zentraler Vertreter ist Hadronyche formidabilis. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom nördlichen NSW bis Queensland, wobei sich der Lebensraum jedoch im Gegensatz zu Atrax auf den außerhäuslichen Bereich, vor allem auf Bäume und Baumstämme, beschränkt.
Hadronyche formidabilis ist braun gefärbt und mit einer Körperbreite von etwa 1,7 cm relativ groß. Das Gift ist dem Atrax robustus sehr ähnlich und Bissverletzungen werden folglich zumeist auch mit demselben Gegengift behandelt. Vor allem für Kinder können Bisse dieser Spinne gefährlich werden.
Eine weitere Familie mit Vertretern giftiger Spinnen findet sich mit den Falltürspinnen (Actinopodidae), wobei vor allem die mouse spiders eine zentrale Gattung konstituieren. Populär sind diesbezüglich die Red-headed mouse spider (Missulena occatoria) und die Eastern mouse spider (Missulena bradleyi). Namensgebend für erstere ist primär der rote Kopf der Männchen bei ansonsten schwarz gefärbtem Körper und leicht bläulich gefärbtem Abdomen. Die Körperbreite umfasst etwa 8 mm, die Körperlänge etwa 1,5 bis 2 cm.
Die Eastern mouse spider ist hingegen eher violett bis schwarz gefärbt und mit einer Körperbreite von etwa 1 cm etwas größer. Gefährlich sind erneut die Männchen, deren Bisse zu lokalen Schwellungen und Brennen führen. Mouse spiders leben zumeist unterirdisch an Ufern und Flüssen und sind nahezu überall in Australien (außer Victoria) verbreitet.
Vor allem in menschlicher Umgebung findet sich schließlich auch die Rotrückenspinne Latrodectus hasselti. Sie ist der Familie der Haubennetzspinnen (Theridiidae) zuzuordnen und ist wiederum schwarz bis dunkelbraun gefärbt. Das markante und namensgebende Erkennungsmerkmal ist der am Abdomen der Weibchen deutlich sichtbare rote bis orangene Streifen. Die Männchen sind hingegen unauffällig braun gefärbt mit am Unterlaib befindlichen weißen Malen. Rotrückenspinnen erreichen in der Regel eine Körperbreite von etwa 4,5 mm und eine Körperlänge von 1,4 cm (Weibchen) bzw. 3 mm (Männchen).
Entgegen Atrax robustus sind innerhalb dieser Gattung die Weibchen die giftigen Vertreter. Die Männchen hingegen besitzen in der Regel zu kurze Fangarme, um ihre Giftklauen überhaupt gegen den Menschen einsetzen zu können. Der Lebensraum der Rotrückenspinnen erstreckt sich über Fensternischen, Briefkästen und andere außerhäusliche Garten- und Barbecuebereiche, wobei bevorzugt von Müll belastete Bereiche aufgesucht werden.
Jährlich gibt es hunderte von Bissen, welche jedoch neben lokalen Schwellungen keine schlimmeren Folgen hinterlassen. Spinnen insgesamt versuchen sich letztlich immer nur selbst zu verteidigen, sodass durch eine erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit sowie auch durch entsprechende Schutzmaßnahmen wie geschlossene Schuhe oder Handschuhe Bisse zumeist verhindert werden können.
Und schließlich kann man den Geschöpfen viel mehr mit Faszination anstatt mit Angst begegnen.
Erste Hilfe bei Spinnenbissen
Die wohl wichtigsten Regel im Umgang mit Spinnen ist Prävention statt Intervention. Gefährliche Spinnen können sich überall befinden, häufig jedoch in außerhäuslicher Umgebung wie Gärten oder Wiesen. Handschuhe sowie auch geschlossene Schuhe und lange Hosen bei der Gartenarbeit sind somit intelligente Möglichkeiten sich zu schützen und ein aufmerksames Auge hilft gleichfalls Schäden zu verhindern.
Wenn es jedoch dennoch zum einem Spinnenbiss kommt, ist es zu allererst wichtig, die RUHE ZU BEWAHREN. Es ist ratsam, das Opfer zunächst niederzulegen, um zusätzliche Verletzungen durch Stürze infolge von Schwindel zu verhindern. Im Anschluss sollte ein Arzt kontaktiert oder das Opfer in das nächstgelegene Krankenhaus gefahren werden.
Mit der Bisswunde selbst sollte vor Ort im besten Fall nichts gemacht werden, da je nach Spinnenart unterschiedliche Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen und man selbst als Laie kaum um die Art weiß. Der Arzt hingegene kann den Biss als Experte besser einschätzen und entsprechend (auch mit Hilfe des Gegengiftes bei Atrax oder Hadronyche) intervenieren. Wenn möglich, sollte die Spinnen mit ins Krankenhaus genommen werden, da infolge dessen die Art konkret erkannt werden kann. Das höchste Gebot ist jedoch, sich dabei nicht selbst erneut in Gefahr zu bringen.
Ist man sich sicher, dass es sich um einen Biss einer Trichternetzpinne handelt, erkennbar zumeist an zwei deutlich sichtbaren Einstichen sowie anschließenden starken Schmerzen und Atemnot, kann man ggf. ein Druckverband angelegen.
Allgemein sollte dem Opfer nichts zu trinken gegeben werden, da sich das Gift dadurch schneller im Körper verteilt. Als alleinige potentielle Hilfsmaßnahme kann das Opfer warmgehalten werden, um die Schmerzen zu lindern. Und wenn es sich NICHT um einen Biss einer Trichternetzspinnen handelt kann die Wunde ggf. auch gekühlt werden. Wiederum ist dazu jedoch Erfahrunng notwendig.

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